Perspektiven für junge Menschen
Internat – unser aktuelles Projekt
Die Unterbringungssituation in den Flüchtlingslagern ist vielfach unzumutbar. Bei Regen sind die Zelte überfüllt, und Mütter berichten, dass sie in solchen Situationen oft die ganze Nacht wach bleiben müssen, um zu verhindern, dass Kinder im Schlaf in stehendes Wasser geraten. Wenn keine alternative Unterkunft vorhanden ist, bleiben die Familien so lange wach, bis das Wasser abläuft. Anschließend schlafen die Kinder auf feuchtem Boden, was häufig zu schweren Erkältungen, Atemwegserkrankungen sowie Hauterkrankungen und offenen Wunden führt.
Auch in vielen Schulen, in denen ein Großteil der geflüchteten Kinder eingeschult ist, sind die Rahmenbedingungen äußerst schwierig. Provisorische Klassenzimmer mit über 100 Kindern pro Lehrkraft sind keine Seltenheit. Teilweise findet der Unterricht unter notdürftigen Zeltdächern statt, die kaum Schutz vor Wind und Wetter bieten. In vielen dieser Schulen fehlt zudem eine Schulkantine. Damit entfällt häufig die einzige regelmäßige Mahlzeit des Tages für viele Kinder sowie ein wesentlicher Motivationsfaktor für den Schulbesuch, wie er beispielsweise in unserem Schulzentrum in Dédougou angeboten wird.
Vor dem Hintergrund dieser Beobachtungen halten wir die Einrichtung eines Internats in der Nähe unseres geförderten Schulzentrums in Dédougou für notwendig, um die Kinder wirksam und nachhaltig unterstützen zu können. Wenn die Kinder zumindest während der Schulzeit in einem sicheren Umfeld zur Ruhe kommen, kindgerecht leben und sich auf das Lernen konzentrieren können, verbessert dies ihre Bildungschancen erheblich.
Um eine langfristige Trennung von den Eltern zu vermeiden, ist vorgesehen, dass die Kinder während der Schulferien (Weihnachts-, Oster- und Sommerferien) zu ihren Familien zurückkehren. Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass Kinder sich am besten im familiären Umfeld entwickeln. In der aktuellen Ausnahmesituation kann ein Internat jedoch zu mehr Stabilität, Sicherheit und Kontinuität im Schulalltag beitragen.
ines kleinen Krankenstation für die Kinder des Internats und Bewohner des Stadtviertels


Zielsetzungen des Projekts
- Benachteiligten Kindern und Jugendlichen durch eine strukturierte Unterbringung im Internat sowie begleitende pädagogische Unterstützung die Voraussetzungen für einen erfolgreichen und nachhaltigen Schulabschluss zu ermöglichen.
- Schulabbrüche bei Kindern und Jugendlichen aus besonders prekären Lebensverhältnissen durch stabile Wohnbedingungen, regelmäßige Betreuung und kontinuierliche Förderung wirksam zu reduzieren.
- Kindern und Jugendlichen ohne elterliche Fürsorge oder ohne stabiles zuhause einen geschützten Lebensraum zu bieten und ihnen zugleich eine verlässliche schulische und berufliche Perspektive zu eröffnen.
Nachfolgende 4 Phasen haben wir in der Planung:
- Phase 1 – 2026: Kauf eines Grundstücks und Bau des Erdgeschosses des ersten Gebäudes für die Aufnahme der ersten 25 Kinder.
- Phase 2 – 2027: Fertigstellung des ersten Gebäudes und Umfriedung des Grundstücks für die Aufnahme der nächsten 25 Kinder. Anlegen eines Gemüsegartens und ein Viehstall für die Selbstversorgung
- Phase 3 – 2028: Bau eines kleinen Krankenstation für die Kinder des Internats und Bewohner des Stadtviertels
- Phase 4 – 2029: Ausweitung des Internats durch weitere Schlafsäle